Nikon Z9 Review

Die Nikon Z9 ist eine Bestie: schnell, robust und mit beeindruckendem Video – aber Gewicht und Preis schrecken viele ab. Unser Test zeigt, für wen sie die richtige Wahl ist.

Type Mirrorless
Sensor 45.7MP full-frame
AF Points 493
Burst FPS 30 fps
Video 8K @120fps
IBIS Yes
Weather Sealed Yes
Weight 1179 g
Nikon Z9 camera
89.8 Gesamtbewertung

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Die Nikon Z9 ist eine spiegellose Profikamera mit 45,7 Megapixeln, 30-fps-Serienbild und 8K-RAW-Video, die in Sachen Geschwindigkeit und Bildqualität ganz oben mitspielt. Mit über 1,1 Kilo und einem happigen Preis ist sie nichts für Einsteiger, aber ein Ass für alle, die keine Kompromisse wollen. Achtet beim Kauf auf offizielle Händler, sonst droht fehlende Garantie.

Überblick

Wenn ihr auf der Suche nach einer spiegellosen Profikamera seid, die sowohl bei Foto als auch bei Video alles aus euch herausholt, führt kaum ein Weg an der Nikon Z9 vorbei. Der 45,7-Megapixel-Vollformat-Stacked-CMOS-Sensor liefert eine Detailtreue, die sich gewaschen hat, und das EXPEED-7-Gehirn sorgt dafür, dass der Autofokus auch bei schnellen Serien nicht ins Schwitzen kommt. Für Wildlife-Fotografen oder Sportarbeiten ist das Teil mit 30 fps JPEG oder 20 fps RAW ein echtes Ass im Ärmel.

Die Preisspanne ist allerdings immer wieder Thema bei dieser Kamera: Offizielle Händler rufen um die 5.500 Euro auf, während Grauimporte schon ab rund 3.200 US-Dollar zu haben sind. Der Knackpunkt: Bei den Billigangeboten fehlt oft die länderspezifische Garantie, und das kann richtig ins Auge gehen. Achtet also genau darauf, wo ihr kauft.

Die Bauweise ist ein Panzer. Mit 1.179 Gramm liegt die Z9 ordentlich in der Hand, ist wetterfest und kommt mit zwei CFexpress-Typ-B-Slots daher. Das Bedienkonzept ist durchdacht und die zahlreichen Firmware-Updates von Nikon haben Funktionen wie den Vogel-Augen-AF nachgeschoben – die Kamera wird also mit der Zeit eher besser als schlechter.

Leistung

Der Burst-Modus der Z9 zählt mit 30 fps (JPEG) und 20 fps (RAW) zu den Spitzenreitern. In unserer Datenbank liegt die Serienbildgeschwindigkeit damit weit über dem Durchschnitt, nur ganz wenige Spezialkameras toppen das. Das Blackout-freie EVF mit 3,7 Millionen Bildpunkten hilft dabei, das Motiv auch bei Action nicht aus den Augen zu verlieren.

Der 493-Punkt-Hybrid-Autofokus mit Motiverkennung für Menschen, Tiere und Fahrzeuge packt fast alles auf Anhieb. Er gehört zu den stärksten Systemen auf dem Markt, auch wenn ein paar Konkurrenten bei schwierigem Gegenlicht einen Hauch fixer reagieren. Die Bildqualität ist hervorragend, auch wenn die reine Sensorwertung im Mittelfeld liegt – das liegt aber vor allem daran, dass die 45,7 MP für viele Anwendungen einfach Overkill sind. In der Praxis sind Schärfe und Dynamik bestens.

Leistungsperzentile

AF 90.5
EVF 89.4
Build 99.3
Burst 96.1
Video 99
Sensor 65.2
Battery 97.3
Display 68.7
User Sentiment 41.8
Connectivity 93
Social Proof 84.8
Stabilization 84.7

Vor- und Nachteile

Pros

  • Atemberaubende Bildqualität mit tollem Dynamikumfang 99th
  • Autofokus sitzt wie eine Klette, selbst bei 20 fps RAW 99th
  • Robustes Gehäuse – fühlt sich an, als würde es einen Atomkrieg überleben 97th
  • Hervorragende Akkulaufzeit für eine spiegellose Kamera 96th
  • 8K-Video mit ProRes RAW und internem 10-Bit ist eine Nasenlänge voraus

Cons

  • Ein echter Brocken – 1.179 g merkt man nach einem langen Tag
  • Braucht teure CFexpress-Karten, UHS-II-SD reicht nicht
  • Graumarkt-Angebote ohne Garantie sind ein riskantes Spiel
  • Kein Ladegerät und kein gedrucktes Handbuch im Lieferumfang

Was Nutzer sagen

4.7/5 (1633 reviews)
👍 Viele Käufer schwärmen vom brillanten Autofokus und der robusten Verarbeitung, die selbst härteste Einsätze klaglos wegsteckt.
👍 Regelmäßige Firmware-Updates werden durch die Bank gelobt, weil sie die Kamera mit Extras wie Vogel-Augen-AF immer weiter aufwerten.
👎 Ein häufiger Warnhinweis betrifft Grauimport-Angebote ohne US-Garantie, bei denen im Schadensfall keinerlei Support zu erwarten ist.

Technische Daten

Alle technischen Daten

Sensor

Type 35.9 x 23.9 mm (Full-Frame) CMOS
Size full-frame
Megapixels 45.7
ISO Range 64
Processor EXPEED 7

Autofocus

AF Points 493
AF Type Phase Detection: 493
Eye AF Yes
Animal AF Yes
Subject Detection Yes

Shooting

Burst (Mechanical) 30
Burst (Electronic) 120
Max Shutter 1/32000
Electronic Shutter Yes

Video

Max Resolution 8K
4K FPS 120
1080p FPS 100
10-bit Yes
Log Profile Yes
RAW Video Yes
Codec H.265, H.264, ProRes

Display & EVF

Screen Size 3.2
Touchscreen Yes
Articulating No
EVF Resolution 3690000

Build

Weather Sealed Yes
Weight 1.2 kg / 2.6 lbs
Battery Life 700

Connectivity

Wi-Fi Yes
Bluetooth Yes
USB USB-C
HDMI HDMI
Hot Shoe Yes

Preis-Leistungs-Verhältnis

Preislich geht die Z9 von absurd günstig bis grotesk teuer: Der niedrigste Kurs liegt bei etwa 3.200 US-Dollar, aber dahinter stecken meist Grauimporte ohne US-Garantie. Für den offiziellen Weg mit vollem Support müsst ihr mit rund 5.500 Euro rechnen. In dem Bereich bekommt ihr mit der Sony a7R V zwar mehr Megapixel, aber nicht die brachiale Geschwindigkeit und den Videoumfang. Wer keine 8K-RAW-Orgien braucht, findet mit der günstigeren Nikon Z8 ein fast identisches Innenleben. Gemessen an der gebotenen Technik ist die Z9 für Profis ihren Preis wert, aber nur, wenn ihr die Power auch abruft.

Im Vergleich

Im direkten Vergleich zur Canon EOS R6 Mark III schießt die Z9 mit 45 statt 24 Megapixeln und dem doppelten Burst-Tempo den Vogel ab. Zudem ist der Akku eine Ecke ausdauernder und das Videopaket mit 8K60p N-RAW eine andere Liga. Dafür ist die Canon deutlich leichter und günstiger – für viele Eventfotografen reicht das locker. Die Sony a7 V (oder a7R V) kontert mit noch höherer Auflösung und etwas kompakterem Body, hinkt aber bei Serienbild und integriertem Hochformatgriff hinterher.

Von MFT- oder APS-C-Modellen wie der Panasonic LUMIX GH7 oder der OM-1 Mark II trennen die Z9 Welten in der Bildqualität. Die GH7 ist eine reine Videomaschine mit kleinerem Sensor, die OM-1 brilliert im Telebereich durch den Crop – das sind Spezialwerkzeuge für andere Einsatzzwecke. Die Fujifilm X-H2S wiederum bietet viel Geschwindigkeit im APS-C-Format, reicht aber bei Low-Light nicht ans Vollformat heran.

Spec Nikon Z9 Fujifilm X-H2 X-H2 Canon EOS R6 Mark III R6 Mark III Sony a7 a7 V Panasonic LUMIX GH7 GH7 OM System OM OM-1 Mark II
Type Mirrorless mirrorless mirrorless mirrorless mirrorless mirrorless
Sensor 45.7MP full-frame 40.2MP aps-c 32.5MP full-frame 33MP full-frame 25.2MP micro-four-thirds 20.4MP micro-four-thirds
AF Points 493 425 1053 759 315 1053
Burst FPS 30 20 40 30 75 120
Video 8K @120fps 8K @60fps 6K @120fps 4K @120fps 5K @120fps 4K @60fps
IBIS true true true true true true
Weather Sealed true true true true true true
Weight (g) 1179 579 609 610 721 511
Compare Compare Compare Compare Compare
Product AfEvfBuildBurstVideoSensorBatteryDisplayUser SentimentConnectivitySocial ProofStabilization
Nikon Z9 90.589.499.396.19965.297.368.741.89384.884.7
Fujifilm X-H2 X-H2 Compare 88.195.489.585.499.997.196.984.383.89394.693.5
Canon EOS R6 Mark III R6 Mark III Compare 98.487.894.89389.358.996.599.493.49394.699.6
Sony a7 a7 V Compare 95.788.694.990.989.360.296.699.793.49394.696.1
Panasonic LUMIX GH7 GH7 Compare 84.687.897.295.297.456.389.284.393.49394.696.1
OM System OM OM-1 Mark II Compare 98.499.781.899.88542.394.284.309394.699.6

Häufige Fragen

Q: Ist die Nikon Z9 gut für Sportfotografie?

Oh ja. Mit 30 fps JPEG und einem haarscharfen Autofokus, der auch bei hektischen Bewegungen dranbleibt, ist sie eine der besten Sportkameras überhaupt.

Q: Taugt die Z9 wirklich als Allround-Kamera für Videofilmer?

Absolut. 8K30p, 4K120p, ProRes RAW und 10-Bit intern ohne Zeitlimit machen sie zur vollwertigen Videomaschine – nur die Lüftung braucht manchmal Pause.

Q: Brauche ich zwingend CFexpress-Karten oder reichen SD-Karten?

Die Z9 hat zwei CFexpress-Typ-B-Slots, SD-Karten passen da nicht rein. Für die hohen Datenraten der RAW-Serien und 8K-Videos sind die schnellen Karten Pflicht.

Q: Wie schneidet die Z9 im Vergleich zur Nikon Z8 ab?

Intern fast identisch: gleicher Sensor, gleicher Prozessor, gleiche AF-Leistung. Die Z8 verzichtet auf den integrierten Hochformatgriff, ist leichter und günstiger, aber der Akku hält etwas kürzer.

Für wen es nicht geeignet ist

Vlogger und Leute, die eine handliche Immer-dabei-Kamera suchen, lässt die Z9 mit 60 von 100 Punkten in dieser Disziplin klar im Regen stehen. Wem 20 fps und 8K-RAW zu viel des Guten sind, ist mit der Nikon Z6III oder der Sony A7 IV besser und günstiger bedient. Auch wer nicht bereit ist, in CFexpress-Speicher und eine robuste Fototasche zu investieren, sollte einen Bogen um den Koloss machen.

Fazit

Die Nikon Z9 ist eine Kamera für Leute, die wissen, was sie tun. Die Mischung aus brachialer Serienbildgeschwindigkeit, treffsicherem Autofokus und üppigen Videocodecs macht sie zu einem der vielseitigsten Arbeitsgeräte im Profisegment. Wenn ihr regelmäßig Hochzeiten, Sport oder Tierdokus dreht und auf RAW-Video steht, gibt es derzeit wenig Besseres.

Für Hobbyknipser und Gelegenheitsfilmer ist die Z9 allerdings eine Nummer zu schwer und zu teuer. Die Bedienung setzt Einarbeitung voraus, und die Dateigrößen bei 8K-RAW fressen Speicherkarten wie ein Staubsauger. Kurzum: Sie ist ein Traum, aber kein Ponyhof.