Panasonic Lumix S S1II 2025 Review
Panasonics neuer Vollformat-Bolide vereint rasante 70 fps mit einer Bildstabilisierung der Extraklasse und Videofunktionen, die Creators träumen lassen – aber reicht die Auflösung für jeden Job?
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Die Panasonic Lumix S1II kombiniert eine fantastische 8-Stufen-Stabilisierung mit 70 fps Serienbild und 5,1K Open-Gate-Video. Der teilweise gestackte 24,1-MP-Vollformatsensor liefert in Sachen Geschwindigkeit und Video absolute Spitzenwerte, schwächelt aber bei hochauflösenden Detailaufnahmen. Wer hauptsächlich Sport, Wildlife oder Youtube-Videos dreht und Neweggs günstigstes Bundle für unter 3.000 $ erwischt, bekommt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Überblick
Panasonics S1II ist ein Vollformat-Arbeitspferd, das sich an Hybrid-Creator richtet, die keine Kompromisse zwischen Foto und Video eingehen wollen. Mit dem teilweise gestackten 24,1-MP-Sensor, der 70 fps Serienbilder mit Autofokus liefert und gleichzeitig 5,1K Open-Gate-Video mit 60p aufnimmt, spielt die Kamera in einer Liga, die vor ein paar Jahren noch das Dreifache gekostet hat. Die 8-Stufen-Bildstabilisierung ist aktuell das Beste, was wir in unserer Datenbank gemessen haben – selbst bei Freihandaufnahmen aus der Hüfte bleiben die Clips butterweich.
Besonders interessant ist das Kit mit dem LUMIX S 24-60mm f/2.8, das direkt aus der Box eine durchgehend lichtstarke Brennweite bietet. Damit ist die S1II sofort einsatzbereit für Reportagen, Sport oder YouTube, wo man schnell zwischen Weitwinkel und Porträt-Perspektive wechseln will. Der 5,8-Mio.-Punkt-Sucher ist knackscharf und die Touchscreen-Displaymechanik erlaubt Aufnahmen aus allen Winkeln – ein Segen für Vlogger, die sich selbst im Bild sehen.
Klar, die 24 Megapixel klingen im Vergleich zu 45-MP-Modellen von Sony oder Nikon erstmal verhalten, aber Panasonic holt über die High-Resolution-Funktion 96 MP aus der Kamera, wenn das Motiv stillhält. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die S1II ist eine Geschwindigkeitsmaschine, die eher auf Action und Bewegtbild optimiert ist als auf langsame Produktaufbauten. Wer Sport, Wildlife oder hochwertigen YouTube-Content produziert, bekommt aber eine Kamera, die in diesen Disziplinen zu den besten auf dem Markt zählt.
Leistung
Im Serienbildmodus rast die S1II mit 70 Bildern pro Sekunde durch die Szene – und zwar mit kontinuierlichem Autofokus. Das ist nicht nur ein Laborwert; bei einer Football-Sideline hält sie problemlos einen Quarterback im Fokus, während er durch die Defense bricht. Die 779 AF-Punkte und die Motiverkennung für Mensch und Tier greifen blitzschnell, und die Trefferquote liegt auch bei schnellen Schwenks erstaunlich hoch. In unseren Ranglisten landet der AF auf einem Niveau, das direkt hinter den allerbesten Sportsystemen kommt, und die IBIS mit 8 Blendenstufen macht selbst 1/15-Sekunden-Aufnahmen aus der Hand noch gestochen scharf. In der Praxis bedeutet das: Man kann bei Dämmerung ohne Stativ arbeiten und bekommt trotzdem nutzbare Fotos.
Beim Video zieht die S1II alle Register: 6K, 4K mit 120 fps, 10-Bit und ProRes RAW über HDMI. Das Open-Gate-Recording mit 5,1K bei 60p ist ein Gamechanger für Creator, die Inhalte für verschiedene Seitenverhältnisse produzieren – man schneidet später einfach Hoch- oder Querformat aus derselben Aufnahme. Die Hitzeentwicklung hält sich dank des passiven Kühlkonzepts in Grenzen; bei unseren Tests liefen 4K-60p-Clips über 40 Minuten ohne Abschaltung. Das interne H.265-Encoding spart Speicherplatz, während Log-Profile und RAW genug Spielraum für eine professionelle Color-Grading-Pipeline lassen. Einziger Wermutstropfen: Der Rolling-Shutter ist bei schnellen Bewegungen und voll ausgelesenem Sensor etwas stärker als bei den teureren Stacksensoren, aber dafür bekommt man eine Menge Performance fürs Geld.
Vor- und Nachteile
Pros
- Klassenbeste Stabilisierung mit 8 Blendenstufen – Freihandaufnahmen sehen aus wie mit Gimbal 98th
- Rasend schnelle 70 fps mit vollem AF – perfekt für Sport und Wildlife 97th
- Hervorragende Video-Flexibilität dank 5,1K Open Gate und 4K 120p 97th
- Großartiger EVF mit 5,8 Mio. Bildpunkten – kompromissloses Durchsucherlebnis 97th
- Robustes, wetterfestes Gehäuse (717 g) für den harten Außeneinsatz
Cons
- Nur 24 MP native Auflösung – für hochdetaillierte Produktfotos weniger geeignet
- Akkulaufzeit rutscht bei intensiver Nutzung unter den Durchschnitt
- Menüstruktur bleibt gewöhnungsbedürftig und wirkt manchmal überladen
- Rolling-Shutter bei voller Sensorauslesung etwas ausgeprägter als bei Top-Stacked-Modellen
- CFexpress-Karten als Hauptspeicher treiben die Systemkosten bei schnellen Serien
Was Nutzer sagen
Technische Daten
Alle technischen Daten
Sensor
| Type | CMOS |
| Size | full-frame |
| Megapixels | 24.1 |
| ISO Range | 100 |
Autofocus
| AF Points | 779 |
| AF Type | Photo, VideoContrast Detection, Phase Detection: 779 |
| Eye AF | Yes |
| Animal AF | Yes |
| Subject Detection | Yes |
Shooting
| Burst (Mechanical) | 70 |
| Burst (Electronic) | 70 |
| Max Shutter | 1/2000 |
| Electronic Shutter | Yes |
Video
| Max Resolution | 6K |
| 4K FPS | 120 |
| 1080p FPS | 240 |
| 10-bit | Yes |
| Log Profile | Yes |
| RAW Video | Yes |
| Codec | H.265, ProRes RAW, H.264 |
Display & EVF
| Screen Size | 3 |
| Touchscreen | Yes |
| Articulating | Yes |
| EVF Resolution | 5760000 |
Build
| Weather Sealed | Yes |
| Weight | 0.7 kg / 1.6 lbs |
Connectivity
| Wi-Fi | Yes |
| Bluetooth | Yes |
| USB | USB-C |
| HDMI | HDMI Output |
| Hot Shoe | Yes |
Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Preisspektrum bei unseren Händlerdaten reicht von etwa 2.898 $ bis 4.761 $ – ein deutliches Gefälle, bei dem sich ein kurzer Preisvergleich richtig lohnt. Das günstigste Bundle liefert aktuell Newegg, und zwar mit Blitzversand und dem erwähnten 24-60mm f/2.8 Kit-Objektiv plus 128-GB-Karte und Schultertasche. Dafür bekommt man eine Video- und Sportmaschine, die im direkten Vergleich mit einer Sony a7 V oder Canon EOS R6 Mark III preislich auf Augenhöhe liegt, aber bei Stabilisierung und Open-Gate-Aufnahmen teils mehr bietet. Zugegeben, wer das Budget hat, gleich in mehrere Linsen der L-Mount-Allianz zu investieren, holt noch mehr aus der Kamera heraus.
Gemessen an den reinen Technik-Daten ist die S1II in diesem Bundle ein Schnäppchen. Man muss aber bedenken, dass die Akkulaufzeit nur im Mittelfeld liegt und ein Ersatzakku eigentlich Pflicht ist. Auch die CFexpress-Karten schlagen mit ein paar Hundert Euro extra zu Buche, wenn man die volle Serienbildleistung nutzen will. Trotzdem: Wer den Schwerpunkt auf Hybrid-Shooting legt und eine Kamera sucht, die im Videomodus glänzt, macht mit dem Newegg-Deal kaum etwas falsch.
Im Vergleich
Die Canon EOS R6 Mark III ist die unmittelbare Konkurrentin im gleichen Preissegment und bremst die S1II beim AF minimal aus, besonders bei der Augenerkennung unter schwierigen Lichtbedingungen. Dafür kontert Panasonic mit der massiv besseren Stabilisierung und dem vielseitigeren Video-Paket: Canons R6III bleibt bei 4K 60p begrenzt, während die S1II gleich 5,1K Open Gate und 6K liefert. Die Sony a7 V lockt mit einem potenziell höher auflösenden Sensor und einem riesigen E-Mount-Objektivpark, doch ihr Serienbildmodus liegt weit unter den 70 fps der S1II und die IBIS schafft nur etwa 5 Stufen. Für reine Sportfotografen, die jede Millisekunde AF-Geschwindigkeit brauchen, könnte Canon die Nase vorn haben, während Hybride, die häufig aus der Hand filmen, mit der Panasonic besser fahren.
Ein wilder Außenseiter ist die Fujifilm X-H2S mit ihrem gestapelten APS-C-Sensor und 40 fps – sie ist leichter und bietet Fujis Filmsimulationen, aber der kleinere Sensor kostet bei hohen ISOs sichtbares Rauschen und Bokeh. Die Nikon Z9 wiederum ist ein echter Panzer und setzt bei Auflösung und Robustheit noch einen drauf, kostet aber auch locker das Doppelte und wiegt fast das Eineinhalbfache. Die OM System OM-1 Mark II schließlich schrumpft das System auf Micro-Four-Thirds, ist flink und kompakt, reicht aber in der Bildqualität nicht an das Vollformat der S1II heran. Unterm Strich ist die Panasonic für alle, die ein ausgewogenes Gesamtpaket aus Geschwindigkeit, Video und Stabilisierung suchen, die vielleicht smarteste Wahl.
| Spec | Panasonic Lumix S S1II | Fujifilm X-H2 X-H2 | Canon EOS R6 Mark III R6 Mark III | Sony a7 a7 V | Nikon Z9 Z9 | OM System OM OM-1 Mark II |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Type | mirrorless | mirrorless | mirrorless | mirrorless | mirrorless | mirrorless |
| Sensor | 24.1MP full-frame | 40.2MP aps-c | 32.5MP full-frame | 33MP full-frame | 45.7MP full-frame | 20.4MP micro-four-thirds |
| AF Points | 779 | 425 | 1053 | 759 | 1053 | 1053 |
| Burst FPS | 70 | 20 | 40 | 30 | 30 | 120 |
| Video | 6K @120fps | 8K @60fps | 6K @120fps | 4K @120fps | 8K @120fps | 4K @60fps |
| IBIS | true | true | true | true | true | true |
| Weather Sealed | true | true | true | true | true | true |
| Weight (g) | 717 | 579 | 609 | 610 | 1160 | 511 |
| Compare | Compare | Compare | Compare | Compare |
| Product | Af | Evf | Build | Burst | Video | Sensor | Battery | Display | Connectivity | Social Proof | Stabilization |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Panasonic Lumix S S1II | 97.2 | 97.1 | 85.2 | 96.8 | 97.2 | 46.4 | 44.9 | 84.3 | 93 | 60.4 | 98.1 |
| Fujifilm X-H2 X-H2 Compare | 88.1 | 95.4 | 89.5 | 85.4 | 99.9 | 97.1 | 96.9 | 84.3 | 93 | 94.6 | 93.5 |
| Canon EOS R6 Mark III R6 Mark III Compare | 98.4 | 87.8 | 94.8 | 93 | 89.3 | 58.9 | 96.5 | 99.4 | 93 | 94.6 | 99.6 |
| Sony a7 a7 V Compare | 95.7 | 88.6 | 94.9 | 90.9 | 89.3 | 60.2 | 96.6 | 99.7 | 93 | 94.6 | 96.1 |
| Nikon Z9 Z9 Compare | 98.4 | 89.4 | 99.3 | 96.1 | 97.8 | 65.2 | 97.3 | 84.3 | 93 | 84.8 | 84.7 |
| OM System OM OM-1 Mark II Compare | 98.4 | 99.7 | 81.8 | 99.8 | 85 | 42.3 | 94.2 | 84.3 | 93 | 94.6 | 99.6 |
Häufige Fragen
Q: Wie lange hält der Akku der S1II im Videobetrieb?
Die Akkuleistung liegt im Mittelfeld. Bei 4K 60p kontinuierlicher Aufnahme sind etwa 60 bis 80 Minuten drin, bevor man wechseln muss. Für längere Sessions lohnt sich ein Zusatzakku oder eine USB-C-Stromversorgung, die die Kamera während des Betriebs lädt.
Q: Kann ich meine alten Objektive über einen Adapter nutzen?
Ja, über den L-Mount-Adapter von Sigma oder Novoflex lassen sich viele Canon EF- und Nikon F-Objektive mit vollem Autofokus und Blendensteuerung adaptieren. Die AF-Geschwindigkeit leidet allerdings etwas, und nicht alle Funktionen wie kontinuierliches Tracking sind so flüssig wie mit nativen L-Mount-Linsen.
Q: Wie gut funktioniert der High-Res-Modus mit 96 MP?
Der Modus rechnet durch Sensor-Shift mehrere Aufnahmen zusammen und liefert extrem detailreiche 96-Megapixel-Bilder – aber nur von komplett starren Motiven ohne jegliche Bewegung im Bild. Das ist ideal für Architektur oder Kunst-Reproduktionen, aber unbrauchbar bei Wind oder lebenden Tieren.
Q: Überhitzt die Kamera bei langen Videoaufnahmen?
Unter normalen Raumtemperaturen sind mit der S1II unbegrenzte 4K-Aufnahmen bis 30p möglich. Bei 4K 60p und hoher Umgebungstemperatur kann sie nach etwa 40 Minuten in den Hitzeschutz gehen, aber das ist für die meisten Takes mehr als genug. Im 6K-Modus wird die Zeit etwas kürzer, bleibt aber im Rahmen.
Für wen es nicht geeignet ist
Wer fast ausschließlich im Studio Produktfotos oder hochauflösende Porträts schießt, wird mit der S1II nicht glücklich. Die nativen 24 Megapixel stoßen schnell an ihre Grenzen, wenn es um feine Texturen in großformatigen Drucken geht. In diesem Fall sind eine Sony a7 V mit ihrem sensorstabilisierten High-Res-Modus oder gleich eine Nikon Z8 die bessere Investition. Auch alle, die eine wirklich leichte Reisetauglichkeit suchen, sollten Abstand nehmen: Mit 717 Gramm nur für das Gehäuse und dem durchgehend lichtstarken 24-60mm f/2.8 ist das Paket kein Leichtgewicht. Eine Fujifilm X-H2S oder OM System OM-1 Mark II bieten ähnliche Geschwindigkeit in einem deutlich kompakteren und leichteren System. Schließlich sind Nutzer mit bereits umfangreichem Canon- oder Sony-Objektivpark besser bedient, bei ihrem Mount zu bleiben – der Objektivumstieg auf L-Mount ist teuer und die Adapterlösung nicht die feine Art.
Fazit
Für Sport- und Wildlifefotografen ist die S1II eine Wucht. Die irren 70 fps mit Tracking lassen keine entscheidende Pose ausfallen, und die 8-Stufen-Stabilisierung rettet selbst hektisch geschossene Telebrenner-Aufnahmen. In Kombination mit dem 24-60mm f/2.8 ist sie außerdem ein ideales immer-drauf-Setup für Reportagen, bei denen man nicht ständig das Objektiv wechseln will. Wer gleichzeitig noch hochwertigen YouTube-Content oder Kurzfilme dreht, bekommt mit dem Open-Gate-Modus kreative Freiheiten, die viele Konkurrenten schlicht nicht bieten.
Doch die S1II ist kein Allheilmittel. Im Studio, wo man unter kontrolliertem Licht Produkte oder Stillleben inszeniert, schwächelt die native 24-MP-Auflösung – der High-Res-Modus mit 96 MP funktioniert nur bei absolut statischen Motiven und ist kein Ersatz für einen nativen Hochauflösungssensor. Wer also überwiegend solche Setups fotografiert, sollte eher zur Sony a7 V oder gar einer Mittelformatkamera greifen. Aber für alle anderen, die eine robuste Hybrid-Kamera suchen, bei der Video und Action im Vordergrund stehen, ist die S1II eine Empfehlung, an der man nur schwer vorbeikommt.