Lenovo ThinkStation Lenovo ThinkStation P3 Tiny Gen 2 Desktop Review
Der Lenovo P3 Tiny packt eine 20-Kern CPU in ein winziges Gehäuse, aber die lahme Grafikkarte mit 4GB VRAM ruiniert ihn für alles, was Grafikpower braucht. Ein Nischengerät für spezielle Anwendungsfälle.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Der Lenovo P3 Tiny Gen 2 ist ein ultra-kompakter Power-Zwerg mit einer starken 20-Kern CPU, aber einer lächerlich schwachen Grafikkarte. Perfekt für CPU-lastige Büro- und Entwicklungsarbeit auf engstem Raum. Ein Desaster für Gaming oder grafikintensive Kreativarbeiten. Der Preis ist hoch, besonders wenn man die GPU-Schwäche bedenkt. Nur für Nutzer kaufen, denen jeder Zentimeter auf dem Schreibtisch heilig ist.
Überblick
Der Lenovo ThinkStation P3 Tiny Gen 2 ist ein kleiner Trickkünstler. Er sieht aus wie ein überdimensionierter Router, steckt aber die Hardware eines vollwertigen Workstations-PCs in ein Gehäuse, das kaum mehr Platz als ein Buch einnimmt. Das ist der ganze Punkt: maximale Leistung auf minimalem Raum.
Dieser PC ist für Leute gemacht, die ernsthafte Arbeit erledigen müssen, aber keinen Platz für einen großen Tower haben. Denkt an Ingenieure mit überfüllten Schreibtischen, Finanzanalysten in kleinen Büros oder Entwickler, die ein kompaktes Testsystem brauchen. Die Kombination aus einem 20-Kern Intel Core Ultra 7 und 32GB schnellem DDR5-RAM ist eine echte Power-Kombo für Aufgaben wie CAD, Datenanalyse oder Videobearbeitung.
Der Witz ist die GPU. Lenovo hat hier eine NVIDIA RTX A400 mit nur 4GB VRAM verbaut. Das ist eine professionelle Karte, die für bestimmte Workloads optimiert ist, aber für Gaming ein absoluter Flaschenhals. Das ist kein Zufall, sondern eine klare Entscheidung: Dieser PC ist eine Workstation, kein Spielerechner. Er ist darauf ausgelegt, stundenlang stabile Berechnungen durchzuführen, nicht die neuesten AAA-Titel in 4K zu rocken.
Leistung
Die CPU-Leistung ist beeindruckend. Der Intel Core Ultra 7 265 mit seinen 20 Kernen landet in unseren Benchmarks in den Top 15% aller getesteten Workstation-CPUs. Das bedeutet, er zerkleinert Multithreading-Aufgaben wie Rendering oder Kompilieren mit Leichtigkeit. Die 32GB DDR5-RAM bei 6400 MT/s sind ebenfalls ein starker Punkt und bieten mehr als genug Headroom für komplexe Projekte und das gleichzeitige Öffnen Dutzender Browser-Tabs, ohne ins Stocken zu geraten.
Der große Elefant im Raum ist die Grafikkarte. Die RTX A400 ist eine Einstiegskarte für professionelle Anwendungen und schneidet in der GPU-Gesamtwertung nur im untersten Zehntel ab. Für CAD-Anwendungen, die auf die Treiberoptimierungen von Quadro/RTX A-Series angewiesen sind, macht sie ihren Job. Aber der 4GB VRAM-Speicher ist im Jahr 2024 knapp bemessen und wird bei texturintensiven 3D-Modellen oder beim Bearbeiten hochauflösender Videos schnell zum limitierenden Faktor. Die integrierte GPU des Intel Core Ultra 7 ist in manchen Gaming-Benchmarks sogar schneller – das sagt alles.
Vor- und Nachteile
Pros
- Extrem kompaktes Design (1.4 kg), das fast überall hin passt. 89th
- Hervorragende CPU-Leistung mit 20 Kernen für produktivitätsorientierte Multitasking- und Berechnungsworkloads. 79th
- Großzügige und schnelle 32GB DDR5-6400 RAM-Ausstattung, die für die meisten Profi-Anwendungen mehr als ausreicht. 76th
- Umfangreiche Anschlüsse mit vier Mini-DisplayPorts für Multi-Monitor-Setups und modernstem WiFi 7. 75th
- Enthält Windows 11 Pro mit vPro für Unternehmensverwaltung und erweiterte Sicherheit.
Cons
- Die NVIDIA RTX A400 GPU mit 4GB VRAM ist für anspruchsvolle grafische Aufgaben stark unterdimensioniert und ein klarer Leistungsengpass. 12th
- Absolut nicht für Gaming geeignet – erzielt hier einen unserer niedrigsten Gesamtscores.
- Der 300W Netzteil lässt praktisch kein Upgrade auf eine leistungsstärkere GPU zu.
- Der Preis liegt im oberen Segment, besonders wenn man die schwache GPU in Betracht zieht.
- Nur Mini-DisplayPort-Anschlüsse erfordern möglicherweise Adapter für gängige Monitore.
Technische Daten
Alle technischen Daten
Processor
| CPU | Intel Core Ultra 7 265 |
| Cores | 13 |
| Frequency | 2.4 GHz |
| L3 Cache | 30 MB |
Graphics
| GPU | NVIDIA RTX 400 with 4 GB GDDR6 VRAM |
| Type | discrete |
Memory & Storage
| RAM | 32 GB |
| RAM Generation | DDR5 |
| Storage | 1 TB |
| Storage Type | NVMe SSD |
Build
| Form Factor | Mini |
| PSU | 300 |
| Weight | 1.4 kg / 3.1 lbs |
Connectivity
| HDMI | 4x Mini DisplayPort 1.4a Output |
| Wi-Fi | WiFi 7 |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 |
System
| OS | Windows 11 Pro |
Preis-Leistungs-Verhältnis
Hier wird es tricky. Der Lenovo P3 Tiny Gen 2 bewegt sich preislich zwischen 1.852$ und 2.892$, je nach Händler. Das ist eine gewaltige Spanne von über 1.000$. Für das Geld bekommst du eine erstklassige CPU und viel RAM in einem winzigen Gehäuse. Wenn dein Hauptkriterium 'Leistung pro Kubikzentimeter' ist, dann ist dieses Gerät konkurrenzlos.
Allerdings musst du dich fragen, ob du für diese Kompaktheit und die spezifische CPU-Leistung den Aufpreis zahlen willst, während du gleichzeitig eine Grafikkarte in Kauf nimmst, die in der Leistungsklasse eines Budget-Gaming-PCs von vor fünf Jahren steckt. Bei ~1.850$ ist es eine interessante Nischenoption. Näher an den 2.900$ wird es schwer zu rechtfertigen, es sei denn, der Platz auf deinem Schreibtisch ist buchstäblich Gold wert.
Im Vergleich
Verglichen mit typischen Tower-Workstations wie dem Dell Tower Plus oder dem Lenovo Legion Tower 5a bekommst du für das gleiche Geld viel mehr reine Rechen- und Grafikpower. Diese Systeme packen oft RTX 4060 oder besser und leistungsstärkere CPUs in ein größeres Gehäuse. Der Trade-off ist offensichtlich: Du tauschst maximale Leistung und Upgrade-Fähigkeit gegen den winzigen Footprint des P3 Tiny.
Interessanter ist der Vergleich mit anderen Mini-PCs. Der Asus ROG NUC ist ein Gaming-orientierter Mini-PC, der in einem ähnlich kleinen Format eine viel stärkere mobile GPU verbaut, aber oft mit weniger RAM und Speicher und ohne die professionellen Treiber der RTX A-Serie daherkommt. Der HP Omen 45L ist ein völl anderes Tier – ein großer Gaming-Tower, der in jeder Disziplin außer der Größe den P3 Tiny deklassiert. Die Wahl läuft also immer auf die Frage hinaus: Brauchst du unbedingt diese spezifische, ultra-kompakte Form oder willst du einfach nur die beste Leistung für dein Geld?
| Spec | Lenovo ThinkStation Lenovo ThinkStation P3 Tiny Gen 2 Desktop | HP OMEN HP OMEN 45L Gaming Desktop, Intel Core Ultra 7 | MSI MSI EdgeXpert-11SUS AI Supercomputer | Dell Dell Tower Plus Desktop Computer | Lenovo T Series Towers Legion Tower 5a Gen 10 (30L AMD) 90YJ001LUS | Apple Mac Studio Apple - Mac Studio - M3 Ultra - 1TB SSD - Silver |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CPU | Intel Core Ultra 7 265 | Intel Core Ultra 7 265K | NVIDIA GB | Intel Core Ultra 7 265 | AMD Ryzen 7 7700X | Apple M3 Ultra |
| RAM (GB) | 32 | 32 | 128 | 32 | 32 | 96 |
| Storage (GB) | 1024 | 2048 | 4096 | 1024 | 2048 | 1000 |
| GPU | NVIDIA RTX 400 with 4 GB GDDR6 VRAM | NVIDIA GeForce RTX 5080 | NVIDIA | NVIDIA GeForce RTX 5070 | NVIDIA GeForce RTX 5070 | Apple M3 Ultra 60-core |
| Form Factor | Mini | Desktop | Mini | Tower | Tower | - |
| Psu W | 300 | 850 | 240 | 750 | 850 | - |
| OS | Windows 11 Pro | Windows 11 Pro | NVIDIA DGX OS | Windows 11 Home | Windows 11 Home | macOS |
| Compare | Compare | Compare | Compare | Compare |
Häufige Fragen
Q: Kann man mit dem ThinkStation P3 Tiny Gen 2 spielen?
Ehrlich gesagt: kaum. Die NVIDIA RTX A400 mit 4GB VRAM ist eine professionelle Einstiegskarte und für modernes Gaming völlig ungeeignet. Sie liegt in unserer Gesamt-GPU-Wertung im untersten Zehntel. Selbst einfachere E-Sport-Titel wirst du nur auf niedrigen bis mittleren Einstellungen flüssig spielen können. Dies ist definitiv kein Gaming-PC.
Q: Lässt sich die Grafikkarte nachrüsten oder upgraden?
Nein, das ist praktisch unmöglich. Das Gehäuse ist extrem kompakt und verwendet eine proprietäre, speziell für dieses Modell gefertigte GPU. Das mitgelieferte 300W-Netzteil bietet auch nicht genug Leistung für eine signifikant stärkere Karte. Wenn du Grafikpower brauchst, musst du ein anderes System kaufen.
Q: Für welche professionellen Aufgaben ist dieser PC dann gut?
Er glänzt bei CPU- und RAM-lastigen Aufgaben. Denk an Software-Compiling, virtuelle Maschinen, Datenanalyse in Python/R, CAD-Anwendungen in 2D oder weniger komplexen 3D-Modellen (wo die CPU den Großteil der Arbeit macht), und massives Multitasking mit vielen Anwendungen. Die RTX A400 unterstützt dabei professionelle Treiber für stabile Berechnungen in Apps wie SolidWorks oder AutoCAD.
Q: Warum sind vier Mini-DisplayPorts verbaut?
Das unterstreicht den professionellen, produktivitätsorientierten Ansatz. Vier identische Ausgänge ermöglichen den einfachen Aufbau eines Multi-Monitor-Setups für Finanzhandel, Programmierung oder Überwachungsaufgaben, ohne dass man sich mit unterschiedlichen Adaptern herumschlagen muss. Für den Heimanwender mit HDMI- oder DisplayPort-Monitoren bedeutet es aber erstmal Adapterkauf.
Für wen es nicht geeignet ist
Gamer und kreative Profis, die mit Video, 3D-Animation oder hochauflösendem Fotobearbeitung arbeiten, sollten sich diesen PC nicht antun. Die 4GB VRAM der RTX A400 sind ein sofortiger und schwerwiegender Flaschenhals. Stattdessen solltet ihr nach einer Workstation mit mindestens einer RTX 4060 oder einer vergleichbaren professionellen GPU wie der RTX 2000 Ada schauen. Auch Nutzer, die langfristig aufrüsten möchten, sind hier falsch. Das System ist komplett geschlossen. Wenn du in zwei Jahren mehr Grafikpower oder Speicher brauchst, kannst du nur den gesamten PC ersetzen. In diesem Fall ist ein traditioneller Midi-Tower mit standardisierten Komponenten die klügere und kostengünstigere Wahl auf lange Sicht.
Fazit
Kauf den Lenovo ThinkStation P3 Tiny Gen 2, wenn dein Arbeitsplatz winzig ist, du aber CPU-intensive Aufgaben wie Software-Entwicklung, wissenschaftliche Simulationen oder Tabellenkalkulationen mit großen Datensätzen durchführst und dabei auf professionelle Features wie vPro und stabile Treiber angewiesen bist. Er ist ein Spezialwerkzeug für einen speziellen Einsatzzweck.
Du solltest die Finger davon lassen, wenn du auch nur gelegentlich zocken, anspruchsvolle 3D-Modelle rendern oder 4K-Videos schneiden möchtest. Die GPU wird dich sofort ausbremsen. Auch wenn du langfristig aufrüsten willst, ist das mit dem 300W-Netzteil und dem proprietären Design aussichtslos. In diesen Fällen nimm das Geld und kauf dir eine Standard-Tower-Workstation oder einen leistungsstärkeren Mini-PC – du wirst für den gleichen Preis eine viel ausgewogenere Leistung erhalten.